Typ M8D

Stadtbahnwagen M8D

Geschichte

Anfang der 90er Jahre, im Jahr 1992, wurden 20 neue Stadtbahnwagen des Types "M8D" bei dem Hersteller "Siemens/AdTranz" bestellt. Dieser neue Stadtbahntyp orientiert sich in den Abmessungen am etablierten M8C-Vorgänger. Da die Bielefelder Stadtbahn auf Hochbahnsteige umgerüstet wurde, mussten Hochflur-Stadtbahnen her. Dank der zusätzlichen Tritt-Schwenk-Stufen ist ein Betrieb an Hochbahnsteigen, sowie an nicht umgebauten Tiefbahnsteigen möglich. Durch die stetig steigenden Fahrgastzahlen wurden in den Hauptverkehrszeiten deutlich die Kapazitätsgrenzen erreicht, sodass die Inbetriebnahme der neuen Stadtbahnen dringend nötig war.

Am 14. Juli 1994 begann die Auslieferung der 20 bestellten Stadtbahnen, welche sich bis in das darauffolgende Jahr, dem 31. März 1995 erstreckte. Im August 1994 wurde das erste Fahrzeug, M8D 560 für den Fahrschuleinsatz in Betrieb genommen, das offizielle "Roll Out" der ersten neuen M8D-Fahrzeuge geschah jedoch erst am 25. November. Der Einsatz der Fahrzeuge im Linienbetrieb beschränkte sich zunächst nur auf die Linie 2, da sie einen direkten Betriebshofanschluss besitzt, sodass zum Beispiel im Falle einer Störung das gestörte Fahrzeug umgehend ausgewechselt werden kann.

Für die Erweiterung des Stadtbahnbetriebes bis zur Universität (Heutige Linie 4 Richtung Lohmannshof) wurden im September 1996 16 weitere Stadtbahnen (Betriebsnummern 580-595) und 5 Mittelbeiwagen (Betriebsnummern 511-515) bestellt. Die Auslieferung dieser Fahrzeuge erstreckte sich bis Sommer 1999.

 

Bauart und Ausstattung

Der M8D ist ein achtachsiges (M8D) Stadtbahnfahrzeug für Meterspurbetrieb (M8D) mit Drehstromantrieben (M8D). Der M8D ist als Einrichtungsfahrzeug gebaut, besitzt eine voll ausgerüstete Fahrerkabine und einen Not- und Hilfsfahrerstand. Dieser Hilfsfahrerstand besitzt keine Zugsicherungseinrichtung und ist nur mit den wichtigsten Fahrzeugfunktionen ausgerüstet, sodass das Fahren im Bielefelder Schienennetz bzw. im Linienbetrieb über diesen Fahrerstand nicht gestattet ist.

Das Fahrzeug ist ca. 27 Meter lang und 2,30 Meter breit, wiegt ohne Fahrgäste ca. 34 Tonnen und bietet 63 Sitz- und ca. 153 Stehplätze, sodass ein voll besetztes Fahrzeug, bestehend aus zwei M8D (Traktion), mindestens 450 Fahrgäste befördern kann.

Ein M8D besitzt insgesamt 6 Türen, 3 auf beiden Seiten, davon ist die mittlere Tür barrierefrei gebaut, d.h. es gibt keine zusätzliche Haltestange im Einstieg. Im mittleren Teil des Fahrzeuges finden somit 2 Kinderwagen/Rollstühle Platz. Da der M8D als einzigartiges Fahrzeug als Hochflurfahrzeug gebaut wurde, befinden sich an allen Türen Klapptrittstufen, um den Einsatz sowohl an Hoch- als auch an Tiefbahnsteigen gewährleisten zu können.

Der Arbeitsplatz des Fahrers ist sehr geräumig, Rundum-Verglast und mit Klimaanlage und elektrischem Fahrersitz ausgestattet. Auf dem Armaturenbrett sind alle Steuerungs- und Bedienelemente gut überblickbar und schnell erreichbar. Die Tasten wurden nach Nutzungsbedarf und Priorität im täglichen Linienbetrieb angeordnet und jeweils gruppiert. Im Gegensatz zum M8C-Vorgängermodell ist der M8D mit einem Störmeldedisplay ausgestattet, auf dem Fahrzeugstörungen detailliert aufgeführt werden und Hinweise zur Störungsbehebung vorgeschlagen werden.

Die Stadtbahnen verfügen außerdem über moderne Drehstrommotoren, welche den Strom, der beim Bremsen entsteht, wieder in die Fahrleitung zurückspeisen. Diese Technik spart etwa 13-15% der Energie ein. Um Kurvengeräusche zu mindern und somit dem Lärmschutz vorzubeugen verfügen die Drehgestelle ausserdem über Schallabsorbierende Radreifen, an einigen Stellen im Schienennetz wurden Bewässerungsanlagen an den Schienen installiert um die Fahrgeräusche zusätzlich zu unterdrücken.

 

Fahrzeugeinsatz

Da der M8D nur über einen vollausgerüsteten Fahrerstand und einen, auf der gegenüberliegenden Seite befindlichen Notführerstand verfügt, verkehren die M8D immer im Traktionsbetrieb oder als Langzüge auf der Linie 4. Der Notführerstand darf laut BOStrab nur zum Rangieren auf dem Betriebshof oder im Notfall verwendet werden. Die M8D Fahrzeuge werden vom Verkehrsbetrieb nach aufeinanderfolgenden Wagennummern gekoppelt, so verkehrt z.B. Wagen 560 mit dem darauffolgenden Wagen nach der Nummer: 561. Diese Kupplungsordnung ist jedoch nicht technisch bedingt, sodass jede beliebige M8D-Fahrzeug Kombination gekuppelt werden kann.  Einen Solobetrieb durch den M8D gibt es nicht, sodass die Fahrzeuge nach dem Fahrzeugwechsel auf Solowagen im Spätverkehr entweder auf dem Betriebshof abgestellt werden oder weiterhin in Traktionen verkehren.

 

Zukunft

In Zukunft bilden die M8D Fahrzeuge, durch die Inbetriebnahme des Vamos die "ältere" Wagengeneration.

Die Fahrzeuge wurden und werden technisch auf den neuesten Stand gebracht. So wurden die Zielfilme durch neue LED-Anzeigen ersetzt, neue Steuerterminals eingebaut und das neue ITCS [Intermodal Transport Control System], als Ablöser für das IBIS [Integriertes Bordinformationssystem] wird installiert. Da Fahrzeuge im Straßenverkehr nun Tagfahrleuchten benötigen, wird eine neue Frontbeleuchtung an Wagen 590+591 getestet. Diese neue Beleuchtung beeinhaltet die Kopfleuchte, die Blinker, das Bremsfahrlicht, das Rückfahrlicht und die Tagfahrleuchten selbst. Diese Technik arbeitet mit LEDs.

Mittlerweile werden auch die Fahrgasträume neu gestaltet. Beispiel ist hierbei der Vamos, denn die Muster der neuen Sitzbezüge, welche in allen M8D Fahrzeugen eingebaut werden, stammen aus ihm. Ausserdem werden auch, ebenfalls übernommen aus dem Vamos, neue Bildschirme eingebaut, die den aktuellen Streckenverlauf der Haltestellen und Anschluss- und Verspätungsinformationen anzeigen.

Auch die Mittelbeiwagen "MB4", welche nur in Verbindung zweier M8D im Linienbetrieb genutzt werden, entfallen im Zuge der Umrüstung auf die neue StadtBahngeneration "Vamos". Die Mittelbeiwagen werden eingesetzt, um den Verkehr ausschließlich auf der Linie 4 durch mehr Kapazitäten zu entlasten. Durch die neuen Vamos-Fahrzeuge entfallen diese Mittelbeiwagen und werden in Zukunft auf der Linie 1 eingesetzt. Dort wurden, wie auf vielen anderen Linien bereits die Halteschilder "LZ = LangZug" an den Haltestellen angebracht.

 

Sonstiges

Aufgrund eines Auffahrunfalls zweier M8D-Traktionen Anfang Februar 2012 wurden 4 schwer beschädigte Fahrzeuge in das Stadtbahnwerk nach Aachen gebracht. Dort wurden Teile wie die Kupplungen, Frontscheiben, Stromabnehmer, etc. repariert.

Vor der Umrüstung aller M8D Fahrzeuge auf neue LED-Zielanzeigen wurden diese in StadtBahnwagen 578 und 579 getestet. Dabei handelte es sich um zwei verschiedene Modelle der Anzeigen, die neuen, momentan verwendeten, einheitlichen LED-Anzeigen entsprechen jedoch nicht diesen vorab getesteten Anzeigen.

 

 


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